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Text auf dem Bildschirm: Exploiting the opportunities within asset-backed markets. Andy Burgess, Deputy Head of Investment Specialists
Hallo, mein Name ist Andy Burgess, und heute möchte ich mit Ihnen über die Möglichkeiten sprechen, die Asset-Backed-Märkte bieten.
Angesichts des jüngsten Fokus auf Unternehmensanleihen und der dort verfügbaren Renditen wollen wir uns einige Alternativen ansehen, die Anleger in dem derzeitigen Umfeld enger Kreditspreads in Betracht ziehen können.
Heute behandeln wir drei Themen:
- Was sind Asset-Backed Securities (ABS) und wie funktionieren sie?
- Sind sie derzeit attraktiv und wie vergleichen sie sich mit anderen Kreditanlagen?
- Wie können Investoren diese Anlagen als Teil eines breiteren Portfolios nutzen?
Was sind Asset-Backed Securities (ABS)?
Der Markt für Asset-Backed Securities ist voller Fachbegriffe und Abkürzungen. Beginnen wir daher mit den Grundlagen.
ABS steht für Asset-Backed Security, also ein Wertpapier, das durch Vermögenswerte besichert ist. Dabei kann es sich um Zahlungsströme oder Darlehen handeln, die durch bestimmte Vermögenswerte abgesichert sind.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass diese Strukturen insolvenzfern (bankruptcy remote) sind. Sie befinden sich in einer separaten rechtlichen Einheit und sind von dem ursprünglichen Kreditgeber rechtlich getrennt.
Das bedeutet: Das Risiko des Investors liegt nicht unmittelbar beim Kreditgeber, sondern bei den zugrunde liegenden Vermögenswerten beziehungsweise dem sogenannten Sicherheitenpool (Collateral Pool).
Dadurch stellen ABS eine interessante Diversifikationsmöglichkeit gegenüber Aktien oder Unternehmensanleihen dar, da das zugrunde liegende Kreditrisiko völlig anders aufgebaut ist.
Warum ABS oft weniger volatil sind
ABS zahlen in der Regel einen variablen Zinssatz, also eine Rendite oberhalb kurzfristiger Geldmarktsätze.
Dadurch sind sie deutlich weniger anfällig für:
- langfristige Zinsschwankungen
- Veränderungen der Staatsanleiherenditen
- langfristige Inflationserwartungen
Zudem weisen sie meist kürzere Laufzeiten auf als Unternehmensanleihen, oft nur etwa die Hälfte der durchschnittlichen Laufzeit eines Corporate-Bond-Portfolios.
Das macht sie in der Regel weniger volatil.
Während dies in Phasen stark fallender Kreditspreads einen Nachteil darstellen kann, weil man weniger von Kursgewinnen profitiert, bietet es in einem Umfeld enger Spreads wie heute zusätzlichen Schutz vor möglichen Marktrückgängen.
Die wichtigsten Arten von ABS
Im Wesentlichen unterscheiden wir drei Hauptkategorien:
1. Verbraucher- und Wohnimmobilienkredite
Dazu gehören beispielsweise:
- Wohnhypotheken
- Autokredite
- Kreditkartenforderungen
- Konsumentenkredite
Diese Pools bestehen häufig aus Tausenden einzelner Kreditnehmer innerhalb eines Landes.
2. Gewerbliche Finanzierungen
Hierzu zählen:
- Büroimmobilien
- Einzelhandelsimmobilien
- Logistikzentren
- Lagerhallen
- Rechenzentren
Die zugrunde liegenden Kredite sind meist durch gewerbliche Immobilien besichert.
3. Unternehmenskredite
Hier handelt es sich typischerweise um Portfolios von 100 bis 150 Unternehmenskrediten.
Obwohl die Kreditnehmer oft dem High-Yield-Bereich zuzuordnen sind, bieten die Strukturen zusätzliche Sicherheitsebenen, die das Risiko reduzieren können.
Wie funktioniert eine typische ABS-Struktur?
Nehmen wir als Beispiel eine Wohnhypothekenverbriefung.
Eine Bank vergibt zunächst Hypothekenkredite und prüft die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer.
Anschließend werden diese Kredite an eine separate Gesellschaft, ein sogenanntes Special Purpose Vehicle (SPV), übertragen.
Das SPV:
- kauft die Hypotheken von der Bank
- gibt Asset-Backed Securities aus
- sammelt die Zahlungen der Kreditnehmer ein
- zahlt daraus Zinsen und Tilgungen an die ABS-Investoren
Die ursprüngliche Bank bleibt häufig als Servicer tätig und zieht die Kreditraten der Hauskäufer ein.
Schutzmechanismen für Investoren
Die große Stärke von ABS liegt in den zahlreichen Schutzschichten.
Diversifikation
Ein typischer Hypothekenpool enthält Tausende Kreditnehmer aus verschiedenen Regionen und Branchen.
Eigenkapital der Kreditnehmer
Hypotheken werden meist nicht mit 100 % Beleihung vergeben.
Bei einer durchschnittlichen Beleihungsquote von 60 bis 70 % verfügt die Struktur bereits über einen Puffer von 30 bis 40 % Eigenkapital der Hausbesitzer.
Überschussrendite (Excess Spread)
Die Kreditnehmer zahlen meist höhere Zinsen als an die Investoren ausgeschüttet werden.
Diese Differenz fließt als zusätzliche Sicherheitsreserve in die Struktur.
Reservefonds
Viele Transaktionen verfügen zusätzlich über einen Reservefonds in Höhe von etwa 3 % des Emissionsvolumens.
Equity-Tranche
Die ursprüngliche Bank hält häufig die sogenannte Equity-Tranche, die als erste Verluste absorbiert.
In manchen Fällen beträgt diese zusätzliche Verlustpufferung über 7 %.
Erst nachdem all diese Schutzmechanismen aufgebraucht sind, wären Anleiheinvestoren von Ausfällen betroffen.
Was bestimmt den Wert einer ABS-Anlage?
Bei der Analyse von ABS betrachten wir insbesondere:
- die Qualität der Kreditvergabe
- die Bonität der Kreditnehmer
- den Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte
- die Strukturierung der Transaktion
- die Position innerhalb der Kapitalstruktur
- verschiedene Stressszenarien
Dabei spielen Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Inflation, Immobilienpreise und Ausfallraten eine wichtige Rolle.
Ein Praxisbeispiel
Ein Beispiel ist eine Verbriefung des australischen Kreditgebers Pepper, die durch britische Wohnhypotheken besichert ist.Die Struktur umfasst:
- nahezu 2.000 Hypotheken
- eine durchschnittliche Kredithöhe von rund £165.000
- eine durchschnittliche Beleihungsquote von 65 %
- einen Überschusszins von etwa 2 %
Investoren können unterschiedliche Tranchen erwerben:
AAA-Tranche
- höchste Bonität
- zusätzlicher Schutz von rund 12 %
- Rendite etwa 0,8 % über dem Geldmarkt
BBB-Tranche
- geringerer Schutz
- höheres Risiko
- Rendite von rund 2,5 % über dem Geldmarkt
Die Komplexitätsprämie
Ein wesentlicher Vorteil von ABS ist die sogenannte Komplexitätsprämie.
Investoren erhalten zusätzliche Rendite nicht deshalb, weil sie mehr Kreditrisiko eingehen, sondern weil die Analyse komplexer ist.
Je komplexer die Struktur, desto höher ist häufig die zusätzliche Rendite.
Weitere Einflussfaktoren sind:
- Kreditqualität
- Laufzeit
- Liquidität
- Strukturkomplexität
Regulatorischer Rückenwind
Ein wichtiger technischer Faktor ist die bevorstehende Änderung der Regulierung für Versicherungsunternehmen.
Ab Ende Januar 2027 werden die Kapitalanforderungen für bestimmte ABS-Investitionen deutlich reduziert.
Dadurch könnte eine neue Investorengruppe in erheblichem Umfang in diesen Markt zurückkehren und zusätzliche Nachfrage erzeugen.
Wie können Investoren ABS nutzen?
Unterschiedliche Investoren haben unterschiedliche Ziele:
Liquide Strategien
Geeignet für:
- Corporate Treasuries
- Cash-Plus-Mandate
- Sicherheitenportfolios
Renditeorientierte Strategien
Geeignet für Anleger, die:
- höhere Einkommensströme suchen
- geringere Liquidität akzeptieren können
- langfristig investieren
Je mehr Illiquidität akzeptiert wird, desto höher fällt typischerweise die verfügbare Rendite aus.
Vergleich zu Unternehmensanleihen
Vergleicht man ABS mit Investment-Grade-Unternehmensanleihen ähnlicher Bonität, zeigt sich häufig:
- höhere Renditen
- geringere Zinssensitivität
- vergleichbare Kreditqualität
- stärkere Diversifikation
Die zusätzlichen Renditen stammen dabei überwiegend aus der Komplexitätsprämie und nicht aus einem höheren Kreditrisiko.
Fazit
Aus unserer Sicht bieten Asset-Backed Securities derzeit mehrere attraktive Eigenschaften:
- höhere Renditen als vergleichbare Unternehmensanleihen
- geringere Zinssensitivität
- hohe Diversifikation
- starke strukturelle Schutzmechanismen
- attraktive Komplexitätsprämien
- positiven regulatorischen Rückenwind
Gerade für Investoren, die zusätzliche Renditequellen erschließen, Portfolios diversifizieren oder stabile Ertragsströme generieren möchten, können ABS eine interessante Ergänzung darstellen.
Vielen Dank für Ihre Zeit. Wenn Sie Fragen haben oder einzelne Themen vertiefen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner bei Insight Investment.